Die Fruktoseexposition durch Lebensmittel hat im Zusammenhang mit der Kubakrise einen sprunghaften Anstieg erfahren. Damals wurde mangels Zuckerrohr begonnen, Lebensmittel mit aus Mais gewonnenem Fruchtzucker zu süßen. Anschließend konnte dieses Verfahren aufgrund seiner Vorteile (z.B. niedrige Kosten) nicht mehr vom Markt verdrängt werden. „Mittlerweile werden aber auch Obstsorten so gezüchtet, dass sie mehr Fruktose enthalten“, nannte Ledochowski einen weiteren Grund. „Äpfel weisen heute diesbezüglich einen um 30% höheren Gehalt auf als noch vor 20 Jahren.“
Auch die Laktoseintoleranz nimmt zu, teilweise bedingt durch die Zuwanderung aus Regionen mit einer hohen Prävalenz dieser Störung. Im Gegensatz zur Fruktosemalabsorption liegt ihr ein Enzymdefekt mit fehlender Aufspaltung von Laktose in Glukose und Galaktose zugrunde, die Beschwerden sind aber dieselben.
Je nach der im Darm vorhandenen Bakterienart können sich die Symptome individuell unterschiedlich gestalten. So produzieren beispielsweise nitratreduzierende Bakterien Stickoxid, das wie ein Muskelrelaxans wirkt und eine Verstopfung verursacht. Viele Menschen sollten somit eigentlich Durchfall haben, klagen aber über Verstopfung.
Wasserstoff verbrauchende Bakterien sind in der Lage, die gängigen H2-Tests ad absurdum zu führen. „Wenn der Patient symptomatisch ist, kann man aber annehmen, dass er an einer solchen Störung leidet.
Eine interessante Perspektive tut sich im Zusammenhang mit sulfatreduzierenden Bakterien im Hinblick auf die Genese der Colitis ulcerosa auf: In Gegenwart von Schwefel werden Schwefelwasserstoff und Schwefelalkohole gebildet, welche die Betaoxidation in den Kolonozyten blockieren. Eine trophische Störung mit Divertikelbildung und Schleimhautulzerationen kann die Folge sein. |