Besonders Senioren sind für einen Zinkmangel anfällig
Im fortgeschrittenen Alter liegt häufig eine verminderte Aufnahmefähigkeit für lebensnotwendige Nahrungsinhaltsstoffe wie Zink vor. Die Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten mit einer einseitigen, fleischarmen Ernährungsweise, die sich durch Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken ergeben, tragen ihr übriges dazu bei, erklärt der Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann. Die Folge ist eine Unterversorgung mit Zink, die einen Teufelskreis in Gang setzt: Der Zinkmangel löst einen Appetitmangel und Geschmacksstörungen aus was wiederum eine Verschlechterung des Ernährungszustandes nach sich zieht. Weitere Folgen einer defizitären Zinkzufuhr sind eine geschwächte Immunabwehr mit einer erhöhten Infektanfälligkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme sowie eine verlangsamte Wundheilung. Die Symptome einer Unterversorgung mit Zink ähneln denen einer Altersdemenz, was häufig zur Fehlinterpretation führt, so dass der Zinkmangel häufig unentdeckt bleibt. Auch ein Bezug zur Alzheimerkrankheit stellten Wissenschaftler fest. Die regelmäßige Einnahme von Zink verzögert den Verlauf dieser Erkrankung. Senioren, die an einem Zinkdefizit leiden, sind öfter krank. Patienten mit geringen Zinkkonzentrationen im Blut (kleiner 10,7 Mikromol pro Liter) erkranken häufiger an Atemwegsinfekten, Herzversagen, Magen- und Darm-Erkrankungen und Depressionen als Patienten mit einem normalen Zinkstatus, dieses ergab eine belgische Studie (1). Das lebenswichtige Spurenelement Zink ist Bestandteil von über 200 Enzymen mit einer Vielzahl von wichtigen Wirkungen im Organismus. Da der Körper praktisch keine Zinkspeicher, die er bei einer Mangelversorgung mobilisieren könnte, enthält, ist eine kontinuierliche Zufuhr erforderlich. (Rind-) Fleisch ist eine der wichtigsten natürlichen Zinkquellen. Im Gegensatz zu pflanzlichen Lebensmitteln, in denen Zink in einem schlecht resorbierbaren Komplex vorliegt, ist es aus Fleisch besonders gut bioverfügbar weil es die Aminosäuren Cystein und Histidin enthält. Deshalb stellt Fleisch eine wesentliche Quelle zur Deckung des täglichen Bedarfs dar. Da besonders im Alter Zink ein kritischer Nahrungsinhaltsstoff ist, dessen Zufuhr mit der oft einseitigen Ernährungsweise nicht gewährleistet wird, kann eine Nahrungsergänzung erforderlich sein, so Bünker abschließend. Vielfältige Informationen zum Powerspurenelement Zink liefert das Buch „Zink positiv“, dass gegen Einsendung von 3 Euro in Briefmarken bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. erhältlich ist
Literatur: (1) Pepersack T. et. al. (2001): Prevalence of zinc deficiency and ist clinical relevance among hospitalised elderly. Arch Gerontol Geriatr. 2001, 33 (3): 243-253. |